Der Israelaustausch 2001

Fast hatten wir nicht mehr daran geglaubt, dass sie kommen würden: Wegen der politischen Situation hatte die erste israelische Gruppe ihre Deutschlandreise abgesagt, aber zum Glück hatte jemand seine Kontakte spielen lassen, sodass nun eine andere Gruppe, aus Hadeira, kommen sollte. Nach unseren Vorbereitungstreffen waren wir, die deutschen Austauschschüler, über die Verhältnisse in Israel bestens informiert und freuten uns nun auf unsere Gastschüler aus dem Heiligen Land.

Am 22. Oktober war es soweit: Sie waren da! Nachdem wir uns ein bischen kennengelernt und versucht hatten, die ungewohnten Namen zu lernen, kamen die israelischen Jugendlichen zu ihren Gastfamilien. In der folgenden Woche erkundeten sie die kulturellen, jüdischen, sozialen und politischen Aspekte Berlins, wobei EIN Punkt auf besondere Begeisterung stieß: Das internationale Wörtchen "Shopping". Vormittags zog die israelische Gruppe allein los, nachmittags schlossen wir uns ihnen an. Auf diese Weise brachte der Besuch der Israelis nicht nur die deutsche Wirtschaft in Schwung, sondern knüpfte auch tolle Freundschaften.

Bei Kino, Café, Restaurant, Eislaufbahn und Party kam man ins Gespräch, kauderwelschte auf Englisch, lernte Worte der jeweils anderen Sprache und Kultur kennen und trainierte seine Lachmuskeln.

Nachdem wir uns schon recht gut kennengelernt hatten und auch das eine oder andere ernsthaftere Gespräch möglich geworden war, fuhren wir alle zusammen zu einem Ort, dessen Geschichte unsere Gäste besonders bewegte: zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Ravensbrück. Nach einem Rundgang, bei dem Tränen flossen, hielten wir gemeinsam eine Gedenkzeremonie für die Ermordeten und die Überlebenden.

Nachdem sich die Israelis am nächsten Tag von ihren deutschen Gasteltern verabschiedet hatten, machten wir uns alle auf die Reise nach Dresden. Dort besichtigten wir die wunderschönen restaurierten Gebäude und erkundeten das spärliche Dresdner Nachtleben und die unvermeidlichen Möglichkeiten des "Shopping".

Am Mittwoch hievten wir die beachtlichen Koffer in den Zug nach Berlin und dort angekommen zum Flughafen, wo wir uns nach Austausch sämtlicher Adressen tränenreich verabschiedeten. Trotz der kurzen Zeit sind uns unsere israelischen Freunde mit ihrer Warmherzigkeit und Lebendigkeit sehr ans Herz gewachsen, und wir hoffen, dass ein Gegenbesuch im nächsten Sommer möglich ist!

Anna Elisabeth Hage

 

 

 


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