Stabwechsel

Wer einen Stab in der Gemeinde – im kirchlichen Dienst allgemein – übernimmt, verbindet damit bestimmte Vorstellungen: Verantwortung, Engagement, Bereitschaft zum Dienen.

Zugegeben, der „Stab“ des Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats ist – verglichen mit dem des              hl. Nikolaus z.B. – ein kleiner: „Der Pfarrgemeinderat dient dem Aufbau einer lebendigen Gemeinde und der Verwirklichung des Heils- und Weltauftrages der Kirche“, heißt es in der PGR-Satzung. Die Räte entsprechen dem Geist des Konzils. Von dem frischen Wind des II. Vatikanischen Konzils ist nicht mehr viel zu spüren. Im Gegenteil! Der Verlust an Glaubwürdigkeit der Kirche nimmt dramatisch zu. Das Klima in der Kirche ist in den letzten Jahren rauer geworden und der Wind weht seit einiger Zeit in unserem Bistum besonders scharf und kalt. Das erschwert und fordert die Arbeit des PGR in ganz besonderer Weise. “Kampfgeist“, langer Atem, Kreativität, Einfallsreichtum und die Suche nach Lösungen für schwierige und verzwickte Situationen wurden in letzter Zeit immer wichtiger und notwendiger für alle, die sich heute noch mit der Kirche verbunden fühlen und sich in ihr engagieren.

„Auftreten statt austreten“ sollte trotz allem das Motto sein. So hat der „alte“ PGR versucht, die Vision einer geschwisterlichen, angstfreien und befreienden Kirche Wirklichkeit werden zu lassen. Wir haben versucht, dafür Sorge zu tragen, dass die Menschen in unserer Gemeinde sich angenommen fühlen, sich entfalten können.

Der „Stab“, den ich symbolisch nicht nur als Verantwortung übernommen habe, sondern gleichermaßen als Stütze, um auch in schwierigen Situationen sicher voranzugehen, geht nun in neue Hände.

Der Stab war für alle, mit denen ich in den letzten Jahren gemeinsam für unsere Kirche aktiv war, verbindendes Symbol. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal den Mitgliedern des „alten“ PGR danken, die durch ihre Mitarbeit die Gemeindearbeit ermöglichten, bereicherten und voranbrachten. Danken möchte ich ebenso für Diskussionen und Gespräche, die manchmal kontrovers, nie aber unüberwindlich waren.

Ich reiche nun diesen Stab weiter an die Frauen und Männer, die sich für die Arbeit im neuen Pfarrgemeinderat zur Verfügung gestellt haben und wünsche ihnen für ihre Arbeit einen stabilen Stab und Gottes Geist und Segen.

                            Ulrich Zabel


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