Liebe Gemeindemitglieder!

 

Der Neujahrsempfang im Januar mit weit über 160 Gästen machte es wieder deutlich: wie viele in St. Otto bereit sind, sich in verschiedenster Weise für die Gemeinde einzusetzen. Ohne dieses Engagement wären wir um ein Vielfaches an lebendiger Gemeinschaft und bewusstem Glaubenszeugnis ärmer. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein großer Reichtum in unserer Kirche.

Über diesen kirchlichen Rahmen hinaus hat ihr Wirken auch eine politisch-öffentliche Dimension. An drei Beispielen will ich es veranschaulichen.

Wo junge Menschen auf die Erstkommunion oder Firmung vorbereitet werden, geht es zwar in erster Linie um Glaubensaussagen. Aber es werden auch die sich daraus ergebenden Verhaltensweisen angesprochen. Für eine demokratische Gesellschaft ist es deshalb höchst bedeutsam, wenn Kindern und Jugendlichen über die Bereiche von Familie und Schule hinaus die entsprechenden Wertvor-stellungen und Maßstäbe vermittelt werden. Die Anleitung zu Toleranz, Wahr-heitsliebe und Gerechtigkeitssinn stärken sie in Ihrem Heranwachsen in die Aufgabe, als verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger unseres Staates zu leben.

Oder: Ein feierlich gestalteter Gottesdienst ist erst einmal ein Wert in sich. Dem Auftrag Jesu gemäß hört die Gemeinde das Wort Gottes und begegnet Christus im Sakrament der Eucharistie. Aber die Liturgie – wenn entsprechend gestaltet – setzt auch Kräfte frei, durch die es möglich ist, den Alltag zu  bewältigen, d.h. ein Mitmensch zu sein, der anderen zur Freude gereicht und nicht zuerst zur Last wird.

Und schließlich: Das Verteilen der Pfarrnachrichten wird häufig nur im Einstecken der jeweiligen Ausgabe in den Briefkasten bestehen. Manchmal aber ergibt sich dadurch eine beachtliche Kommunikation. Ein Zaun wird zwischen Nachbarn zur Brücke, Bewohner eines Hauses gehen nicht mehr grußlos aneinander vorbei, Menschen aus derselben Straße nehmen sich gegenseitig wahr und entdecken ihr Miteinander. Verantwortung für den Nächsten, der mit mir und neben mir wohnt, wird neu bewusst. Insofern finde ich es eine gute Idee, dass die UNO das Jahr 2001 zum Jahr des Ehrenamtes erklärt hat.

Mit dem Dank an alle, die in dieser Hinsicht in St. Otto tätig waren bzw. es gegenwärtig sind, verbinde ich den Wunsch, dass immer wieder neue Gesichter und Namen dazukommen. Wir brauchen Sie!

Ihr Pfarrer                                                Bernhard Biskup

 


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