Die Vögel des Himmels

Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie.
(Mt. 6,26)

 

Beneidenswert diese Vögel des Himmels:
Sie brauchen nicht säen und nicht ernten.

Bei mir ist das anders:
Ich muß schuften und jeden Tag Ausschau halten,
dass ein wenig Kohle hereinkommt.
Dass ich ein bisschen was auf der hohen Kante habe
und manchmal mit Freunden ausgehen kann.

Letzen Winter habe ich einige Vögel beobachtet.
Frierend saßen sie auf Dachrinnen und kahlen Ästen
und suchten an den Straßenrändern vergeblich nach dem,
was vielleicht aus den Taschen der Menschen gefallen ist.

Das Eichkätzchen sammelt für später Nüsse,
der Igel legt sich ein Fettpolster zu.
Und Bienen und Libellen versorgen
schon im Herbst die Frühjahrsbrut reichlich mit Reserven.
Auch die Vögel des Himmels säen:
wenn sie den unverdauten Samen ausstreuen.
Sie ernten noch auf abgeräumten Kornfeldern,
im täglichen Flug und scharrend im Gras.

       Gebet:

Schöpfer unseres Lebens:
Einmal ist die Zeit der Ernte für mich.
Jetzt säe ich und gestalte mein Leben.
Ich plane und suche nach Ergebnissen.

Einmal wirst Du mir das Scheunentor öffnen
und ich trage Dir meine Lebensernte entgegen.
Ich vertraue darauf , dass nicht die Ernte zählt,
sondern jedes Samenkorn, das ich ausstreue.

Text: Josef Griesbeck,”ankommen” Herder ISBN 3-451-26788-8

 


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